Der Klassiker von Multiplex, seit 2005 in Elapor.

Spannweite

Länge

Gesamtflächenbelastung
(Hersteller)

Fluggewicht
(Hersteller)

Preis

1420mm

1085mm

35g/dm² (Hst.)

ca 1500g (Hst.)

€ 70.-






Eigentlich wurde es Zeit, dass Multiplex endlich den "alten" TwinStar erneuert und eine Elapor-Version herausgibt. Multiplex macht hier keine Experimente, im typischen, langweiligen Weiß kommt der Twin Star II daher. Der Baukasten ist wie immer von Multiplex perfekt. Die Anleitung ist hervorragend, gut bebildert und auch für jeden Einsteiger gut verständlich. Jeder halbwegs versierte Modellbauer braucht sowieso nur die Bilder und nicht den Text, eigentlich ist fast alles klar. Wie üblich, werden die beiden Rumpfhälften nach Einbau der Servos zusammengefügt. Hier hat es sich bewährt, nicht mit Aktivator zu arbeiten, sondern mit dickflüssigem Sekundenkleber und dann nach dem korrekten Zusammenfügen der Hälften Aktivator einzusprühen. Vor allem sollte man vorher die Hälften probeweise anpassen, man weiß ja nie...

Der restliche Aufbau geht schnell von statten. In die Tragflächen kommen die Servos und zwei Motoren, die entsprechend verkabelt werden müssen. In einer Modellzeitschrift wurde kritisert, dass noch Lötarbeiten an den Motoren durchgeführt werden müssen. Dies finde ich kein Kritikpunkt, denn das Löten gehört zum Modellbau einfach dazu! Neuartig ist das "Anschlussmodul", mit dem die Flächenservos und Motoren angeschlossen werden können. Siehe nachstehende Bilder.

Die Anleitung verschweigt, dass man die Motoren entstören muss (Multiplex geht davon aus, dass man MPX-Regler verwendet, die für die Entstörung sorgen). Nimmt man aber einen anderen Regler, könnte es zum Problem werden (hier also die klassischen drei Kondensatoren 10nF und 47nF anlöten).

Zudem ist das "Anschlussmodul" auf der einen Seite überhaupt nicht abisoliert - hier muss man unbedingt nachhelfen! Auch finde ich die Stecker, die da mitgeliefert werden, nur bedingt brauchbar.

Der Regler sitzt bei mir ganz vorne, Multiplex sieht eine extra Ausparung für den Regler an der Seite des Akkus vor. Dies finde ich nicht optimal, da der Regler nicht gekühlt wird, statt dessen bekommt er noch die Wärme des Akkus ab. Zumal es dann ganz schön eng zugeht.




In den TwinStar gehört meiner Meinung nach kein Brushless, dafür gibt es viel lohnendere Flieger. Bei mir kommt das mitgelieferte 400er-Antriebsset samt original Günther-Hochleistungs-Luftschrauben zum Einsatz. Vier Hitec HS-81 passen optimal in die vorgesehenen Servoschächte und entsprechen ja auch dem Multiplex Vorschlag (OK, Multiplex schlägt natürlich seine eigenen Servos her, die aber doch identisch zu den HS-81 sind). Im übrigen ist die Servoauswahl recht unkritisch. Die beiden Motoren werden über einen verbliebenen Graupner Power v60 Regler angesteuert, die 60A Belastbarkeit sind viel zu viel für den TwinStar, 35A Belastbarkeit würden auch locker reichen. Dazu kommt noch ein SMC-14 Empfänger von Grauner dazu. Als Energiequelle dient ein Hopf GP3300, acht Zellen. Als einfache, kostengünstige Tuningmaßnahme würde ich zwei 480iger Motoren sehen, diese kombiniert mit 5.5x4.3" Cam Speed Prop. Der Einsatz von LiPos ist denkbar, macht aber in dem Modell nur bedingt Sinn. Alternativ muss es kein GP-Akku sein, sondern aufgrund der geringeren Strombelastbarkeit tut es sicher auch "anderes" Fabrikat. Anders ein Fliegerkollege, der LiPo-Akkus in den TwinStar 2 eingebaut hat und damit begeistert ist - lt. seiner Aussage hängt der TwinStar dann nicht mehr so wie ein "nasser Sack" in der Luft...

Motoren

Luftschraube

Regler

Akku

Servos

Empfänger

Permax 400

Günther Prop

Graupner Power v60

8x GP3300

4x Hitec HS-81

Graupner SMC-14






Grundsätzlich fliegt sich der TwinStar 2 einfach und sehr gutmütig. Landungen gelingen einfach perfekt, hochgestellte Querruder sind nicht notwendig. Das Seitenruder reagiert sehr direkt, dass hätte ich nicht gedacht. Endlich gelingen auch Rollen halbwegs sauber, ein deutlicher Fortschritt zum alten Twin Star. Für mich das ideale Modell, wenn der Umstieg von Seitenruder auf Dreichachs-Flieger erfolgen soll. Man muss ja nur die Querruder bedienen, dass Seitenruder braucht man nur im fortgeschrittenen Stadium.

Die Steigleistungen sind mit dem mitgelieferten Antrieb überraschend gut, vor allem kann man durchaus schnell mit dem Twin Star fliegen. Die Motorisierung reicht also locker - da hätte ich mir weniger erwartet! Flugspaß ist also auch mit dem mitgelieferten Antrieb garantiert. Zumal der Sound einfach absolut typisch für den TwinStar ist! Die Flugzeiten liegen um die acht Minuten. Der Akku wird kaum belastet.

Es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte: Ab und zu kommt es bei schnelleren Flügen zu Vibrationen durch die Motoren, ein Vereinskollege meinte, es wäre mit "richtigen" Luftschrauben besser. Ich finde es nicht so schlimm, da es effektiv keine Auswirkungen auf den Flug hat.

Leider ist mir mein Twin Star in einen hohen Baum gesegelt, der Einsatz von Steigeisen und einer Säge hat ihn dann wieder heruntergeholt. Der Schaden war minimal, das Elapor ist also Ideal für Einsteiger und die ersten Crashes. Der Grund: Totalausfall der Empfangsanlage. Ich vermute ganz stark, dass es mit dem "Anschlussmodul" zu tun hat. Die Servokabel sind dort dermaßen blod herausgeführt, dass bei starker Verwindung ein Kurzschluss möglich ist. Ich vermute stark, dass dies dann zu dem Ausfall der Empfangsanlage geführt hat. Ich habe das Modul komplett herausgebaut, statt dessen verwende ich klassische Goldstecker und normale Servokabel, seitdem gab es kein Problem mehr.


Februar 2007: Gegenwärtig befindet sich der TwinStar im Umbau auf Brushless und Lipo.


Der TwinStar 2 ist einfach ein toller Flieger für den Anfang. Oder ideal zum am Abend entspannt eine Runde Fliegengehen.

Positiv:

  • Schlagfestes Elapor, im Flug unzerstörbar
  • Einfach zu bauen, einfach zu reparieren
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • gut ausgestatteter Bausatz
  • Negativ:

  • "Anschlussmodul" unbrauchbar
  • Wertung:
    8 von 10

    für fortgeschrittene Einsteiger

    Letztes Update des Artikels: 05.02.2007