Puztig kleiner, schneller Jet aus Elapor, der für moderate 50 Euro incl. 400er Antrieb beim Händler zu bekommen ist.

Spannweite

Länge

Flächeninhalt

Fluggewicht ca.

Preis

660mm

600mm

13 dm²

ca. 450g

€ 50.-






Der Aufbau bereit wirklich keine Probleme. Das Ding lässt sich mit etwas Übung in zwei Stunden aufbauen. Die Aussparungen für die Servos sind bereits vorhanden und können leicht zugeschnitten werden, wenn man andere Servos benutzen möchte. Auffällig sind die innovativen Lösungen, im Vergleich zum TwinJet. Die Haube wird einfach eingeklickt, der Motor wird per Kabelbinder befestigt und die Ruder werden auch etwas anders angelenkt. Ingesamt ist der Aufbau hervorragend, einfach und es macht Spaß. Man braucht dazu nur etwas Sekundenkleber und etwas Aktivator Spray. Das Rudergestäge sollte man im untersten Loch des Servos einhängen, die vorgeschlagenen Ausschläge von +/- 5mm für Quer und +/-10mm für Höhe sind sehr gut.




Servos: Ich verwende die Hitec HS-55 als Servos, die mit leichten Anpassungen ohne Probleme in die vorgesehenen Servo-Ausparungen einsetzen lassen. Die Hitec HS-55 schauen - im Vergleich zum C261 - nicht ganz so robust aus, bis jetzt hatte ich aber noch keine "Zahnfresser" (anders beim C261). Überzeugend ist der Preis und die Geschwindigkeit.

Antrieb: Zusätzlich wird erst mal der Standad-Antrieb mit dem 400er 6V-Motor und dem Günni-Prop Klassiker verwendet. Dem Micro Jet spendiere ich einen 8-zelligen KAN1050 NiMH-Akku, der für ausreichend lange Flüge sorgt (ausreichend heißt fünf Minuten). Als Regler kommt der Conrad Flugregler Nanon 40A, der super-klein ist, trotzdem über Bremse und BEC verfügt und 40A aushält. Dazu ist er mit 30 Euro auch günstig. Die einzige Kritik ist die schlechte Regelbarkeit (wie bei den anderen Conrad-Reglern auch), dies lässt sich über eine anpassbare Gaskurve (z.B. mc-22) anpassen. Dies ist nicht wirklich weiter dramatisch, da man das Ding eh immer Vollgas fliegt.

Empfänger: Da im MicroJet nicht zuviel Platz ist und vor allem, weil man auf das Gewicht achten sollte, verwende ich den hervorragenden Schulze alpha 435 Empfänger. In dieser Konfiguration wiegt der MicroJet 455g und man sollte unbedingt auf das Gewicht achten, den der Micro Jet gilt am (Hand-)Start als kritisch. Bei mir kommt es trotz unterschiedlicher Antennenverlegung immer wieder mal zu Störungen in der Luft, die Antennenverlegung ist leider nicht ganz optimal, hat man doch wenig Platz und störende Komponenten fast direkt an der Antenne. Auf Reichweitentests sollte also nicht verzichtet werden.

Motor

Luftschraube

Regler

Akku

Servos

Empfänger

Permax 400 6V

Günni 12.5x11cm

Conrad Nano 40A

8 Zellen KAN1050 (NiMh)

Hitec HS55

Schulze alpha 435






Erster Start: Ein richtiger Absacker ins Feld. So ging es dann ein paar Mal weiter. Das Problem: Trotz Helfer, Laufens und schnellem Werfens bekommt der MicroJet nicht genügend Fahrt, um zu fliegen. Erste Idee: Akku und damit den Schwerpunkt zurückzuverlagern, damit funktioniert zwar der Start, aber der MicroJet ist nicht mehr fliegbar. Dann mit Gegenwind hat es geklappt. In der Anleitung erwähnt Multiplex von den Startschwierigkeiten nix. Da wurden bei mir gleich wieder Erinnerungen an den Mini StarJet von Graupner wach. Wenigstens hält er einiges aus und hat dadurch keinen Schaden erlitten.

Ich bestellte daraufhin den "Bungee-Start" von Multiplex, für 17 Euro erhält man dann ein Mini-Hochstartseil, 10cm hinter der Schnauze muss man dann nur noch ein GFK-Stäbchen anbringen. Damit funktioniert der Start perfekt, der MicroJet wird regelrecht rausgeschossen (Motoren sind dabei aus!).

Der MicroJet macht Spaß in der Luft. Er ist vergleichbar mit dem TwinJet, wirkt aber durch die größe etwas spritziger. Er ist etwas anspruchsvoller als der TwinJet zu fliegen und sollte nicht das erste Jet-Modell sein. Zudem sollte man gute Augen haben, dass kleine Ding geht schnell am Himmel "verloren". Rollen und Loopings sind kein Problem, allerdings müssen Loopings großräumiger geflogen werden, zieht man zu stark, fehlt dem Standardantrieb die Power und der MicroJet fängt das "Wabbern" an, d.h. die Strömung reißt ab und das ganze sieht am Himmel etwas komisch aus. Sowas passiert beim TwinJet nicht. Das "Wabbern" empfinde ich als den Nachteil beim Mini Jet und tritt leider bei jedem Antrieb auf, sobald man zu eng fliegt. Der Standard-Antrieb ist wirklich als absolute Untergrenze anzusehen, für den Jet fast ein bisschen zu schwach. Für die ersten Flüge aber in Ordnung (und schließlich "kostenlos" dabei).

Ist der Motor aus, so sollte man jede Kurve mit deutlich Fahrt fliegen und vor allem einen extremen Höhenverlust einkalkulieren (ich kenne kein Modell, was bei Motor aus so krass in den Kurven runtergeht). Der MicroJet hält ruppige Landungen ohne Probleme aus, das Modell ist sehr stabil.




Wesentlich besser ist ein Graupner 480L mit einer 5.5x4.3" 14x11cm Cam Prop-Luftschraube. Damit ist der MicroJet akzeptabel motorisiert, er ist recht flott unterwegs. Dabei geht er weder besonders gut in den Himmel, noch sind wirklich extreme Geschwindigkeiten möglich. Dabei werden 15A bei 15.500rpm und 8xKAN1050 "konsumiert". Für einen günstigen Bürsten-Antrieb also eine gute Wahl und deutlich besser, als mit dem 400er. Für richtige Micro Jet-Freaks aber immer noch nix!

Motor

Luftschraube

Regler

Akku

Servos

Empfänger

Graupner 480L

Cam Speed 5.5x4.3" (14x11cm)

Conrad Nano 40A

8 Zellen KAN1050 (NiMh)

Hitec HS-55

Schulze alpha 435






Der MicroJet wird aber erst dann richtig spaßig, wenn man ihm einen Brushless-Motor zur Seite stellt. Bei mir kommt der Multiplex Permax BL-480 6D zum Einsatz. Der Brushless-Antrieb verspricht mehr Flugspaß bei besserem Wirkungsgrad. Erfreulich: Meine Empfangs-Störungen, die ich noch mit dem Bürstenantrieb hatte, sind komplett weg. Als Regler kommt ein Kontronik Swing 3000 zur Verwendung, der über ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis verfügt. Bei jeweils 8xKAN1050 ergibt sich folgendes Flugerhalten (Meßwerte direkt am Anfang gemessen):

Flug mit Cam Speed Prop 5.5x4.3" (14x11cm): Die auf 18.000rpm erhöhte Drehzahl ist deutlich zu spüren. Der MicroJet fliegt schneller und die Steigleistungen verbessern sich, allerdings ist der Motor mit 15A unterfordert und insgesamt die Verbesserung gut, aber es geht mehr!

Flug mit Cam Speed Prop 5.5x5.5" (14x14cm): Durch die hohe Steigung der Luftschraube wird der MicroJet schon enorm schnell, allerdings lassen die Steigleistungen für einen BL-Antrieb noch etwas zu wünschen übrig. Der MJ wird dadurch aber etwas unruhig in der Luft, er "wabbert" schon, wenn man leicht ansticht. Stromaufnahme etwa 18A.

Flug mit Cam Speed Prop 7x4" (18x10cm): Geringerer Top-Speed, als bei der 5.5x5.5", allerdings immer noch sehr schnell unterwegs, subjektiv schneller, als mit der 5.5x4.3" (wobei das eher subjektiv ist). Die Steigleistungen verbessern sich deutlich, der MJ hat aus jeder Kurve genug Kraft und er steigt ordentlich in den Himmel, ohne dabei schon senkrecht zu gehen. Diese Luftschraube verspricht viel Flugspaß, mehr als ausreichend Power, hohe Durchzugskraft und trotzdem einen ordentlichen Top-Speed. Umdrehungszahlen: 8xKAN1050: 13700rpm Durchschnitt (60sec), 14600rpm max. / 10xKAN1050: 15200rpm Durchschnitt (60sec), 16300rpm max. Bei 10xKAN1050 ergibt sich mit der 7x4" Luftschraube folgendes Diagramm (Messung im Stand, Akku frisch geladen und handwarm, Test mit Unitest 2 v1.11):

Sehr gut sieht man die zunehmend unbefriedigende Spannungslage des KAN-Akkus - nach etwa zwei Minuten fühlt sich der MicroJet lasch an, zum Schluss sind es gar nur noch 100W Leistung - am Anfang stehen über 220W an! Ich denke, die GP1100 verspricht hier mehr... Trotz der Mehrpower hab ich keine Handstarts mehr gewagt; vor allem habe ich keine Lust, bei der 7x4" Luftschraube mir beim Start einen Finger abzutrennen (gestartet wird am Seil mit abgeschalteten Motor am Multiplex Bungee-Start-Seil; Nachteil des Swing-Reglers: er braucht dann fast zwei Sekunden, um den Motor anzuschmeißen). Nicht das wir hier uns falsch verstehen: Selbst mit den "laschen" 100W zum Schluss geht der MicroJet um längen besser, als mit einem vollen 8-Zelligen Akku mit Permax Bürsten-400er!

Flug mit Aeronaut 6x5" Cam Carbon: An zehn Zellen perfekt! Noch einen Tick besser, als die 7x4" Hervorragende Steigleistungen (natürlich senkrecht; kaum schlechter als mit 7x4"), enorme Fluggeschwindigkeiten, Durchzug und Top-Speed, hier passt einfach alles. Stromverbrauch ist ziemlich identisch mit der 7x4", eher ein klein bisschen weniger. Der MicroJet geht damit einfach herrlich!

Der Permax 6D Motor bewährt sich im MicroJet, einziger Nachteil ist, dass dieser Antrieb spürbar vibriert und sich dann dadurch auch mal gerne im Schlumpfschlauch dreht (festkleben...) Die Luftschraube ist übrigens ausgewuchtet! Multiplex empfiehlt den schneller drehenden 4D-Motor für den MicroJet, ich finde den 6D aber ideal, da man größere Luftschrauben/Steigungen nehmen kann, als mit dem 4D. Außerdem ist das Ziel doch eher 10-Zellen im Micro Jet und nicht acht :-) Im Flug mit zehn Zellen erwärmen sich Motor und Akku deutlich (ist aber noch OK), nach dem Test im Stand für das obenstehendens Diagramm waren Motor und Akku nachher schon brutzlig heiß!

Motor

Luftschraube

Regler

Akku

Stromaufnahme

Permax BL-480 6D

Aeronaut Cam Carbon 6x5"

Kontronik Swing 3000

10xKAN1050 (NiMh)

ca. 20A






Witziger, kleiner Jet, der für TwinJet-Gebüte durchaus neue Reitze bietet. Leider weißt er aufgrund der Größe doch ein paar kleine Schwächen auf (Durchsacken beim Handstart bei zu schwacher Motorisierung/Verwendung Luftschrauben mit zu hoher Steigung), kaum enge Loopings möglich), alles in allem ein sehr witziges Modell für Personen mit Flugerfahrung und einem guten Auge. Kurz nach der Arbeit schnell ne Runde fliegen gehen - kaum ein Modell ist dazu besser geeignet. Ein Brushless-Antrieb ist sehr zu empfehlen.

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Positiv:

  • Schlagfestes Elapor, im Flug unzerstörbar
  • einfach zu bauen, einfach zu reparieren
  • schnittig-schnell
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Negativ:

  • Handstart problematisch
  • komisches Flugbild bei engen Kurven
  • Standard-Motor eigentlich nur eine "Dreingabe"
  • Wertung:
    7 von 10

    für Twin Jet-Fortgeschrittene

    Dieser Artikel wurde zuletzt im April 2006 aktualisiert.