
 Schöner Elektro-Segler mit Wölbklappe und einer Spannweite von 2.20 Meter.

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Spannweite | Länge | Gesamtflächenbelastung | Fluggewicht ca. | Preis |
2200mm | 1085mm | ab 30g/dm² | 1700g | € 160.- |



 Im Vergleich zu anderen Fast-Fertig-Modellen ist bei dem Cumulus XXL noch richtig viel zu tun. Natürlich erspart man sich das Bespannen von den Flächen, aber Arbeiten wie das Verkleben der Ruder, das Einkleben eines Servobrettchens, das Bohren der Löcher für die Befestigung der Flächen und das Einziehen von Servoverlängerungskabel bleibt einem nicht erspart. Selbst die Befestigung für den Rumpfkopf vorne (eine Art Feder mit zwei Brettchen) muss man Einkleben. Alles nicht wirklich ein Problem, aber durchaus zeitaufwendig. Die Ansteuerung der Ruder im V-Leitwerk erfolgt über ein Seilzug, die Ruder werden nach oben mit einer Torsions-Feder gehalten. Bei mir hat die Torsionsfeder nie funktioniert, deshalb hab ich mir eine andere Lösung einfallenlassen (siehe Bild unten). Die Lösung generell über Torsions-Feder finde ich für so ein Modell nicht angemessen. Über die Qualität des Modells gibt es nichts negatives zu sagen, "Made in Tschechien" und die schleißige Aufbauanleitung finde ich da schon eher negativ. Generell sollte man beim Aufbau alle Klebestellen im Rumpf vorher abgeschleifen, wenn man das nicht ordentlich macht, dann kann schon mal passieren, dass z.B. die tollen Brettchen, die als Feder für den Rumpfkopf dienen, einfach rausbrechen.



 Servos: Erst mal braucht man fünf Stück C341-Servos von Graupner (zumindest sagt das Graupner) für mindestens 30 Euro das Stück - oder wie in meinem Flieger, die Conrad RS-101 MG BB, die nur 20 Euro kosten und dafür sogar kugelgelagert sind und über ein Metallgetriebe verfügen. Die Servos kann ich nur empfehlen, vor allem für den Preis. Angeblich sind die gleich mit den Robbe-Servos (FS500MG). Vier Servos benötigt man für das V-Leitwerk und die Querruder, der fünfte für die Wölbklappe. Bei mir musste ich aber aufgrund minimaler Abweichungen in der Größe zwischen Graupner und Conrad-Servos für die Wölbklappe doch ein C261 Servo von Graupner einbauen. Der ist wirklich klein und doch noch relativ (aber nur relativ) stabil (und für die Wölkbklappe fast schon ein Tick zu schwach). Alternativ scheinen mir auch die Hitec HS-81 bis HS-85 geeignet zu sein, die aber auch etwas teurer sind, als die Conrad. Ach ja: Geparkt wird er Cumulus mit gezogenem Höhenruder, damit die pseudo-Torsionsfedern hinten nicht dauernd belastet werden.
Empfänger: Ein weiteres Augenmerk muss noch auf den Empfänger gelegt werden, durch die langen Servokabel (unbedingt mit Ferritkerne entstören) und die Segler-typischen Reichweiten sollte nur was gutes reinkommen. Hier kommt der ACT DS8 Empfänger zum Einsatz, der über Doppelsuper und eine sehr gute Reichweite verfügt. Trotz der immer wiederkehrenden Diskussionen über ACT Empfänger hatte ich noch keine Probleme mit diesem Modell.
Der Cumulus wurde insgesamt mit drei verschiedenen Motorisierungen geflogen (dank abnehmbarem Rumpfkopf kein Problem; Beschreibung unter Flugleistungen):
Motorisierung 1: Graupner Speed 600 8.4V mit mit 8x4" (20x11cm) Cam Folding Prop Luftschraube, die durch den HM-Spinner +2cm an Durchmesser bekommt. Kombiniert mit einem Conrad Flugregler Fly-30F (30A, BEC 5V/2A) und 8xSanyo SC 2400mAh (der Klassiker Akku).
Motorisierung 2: Graupner/Plettenberg Ultra/HP 220/20-2 P4 5:1: Brushlessantrieb mit Getriebe (5:1), kombiniert mit 15x9.5" (38x24cm) Cam Folding Prop. Dazu ein Jeti/Hacker Master 70-3P BEC Steller und 10xSanyo SC2400.
Motorisierung 3: Flyware MAX650-F6 mit 13x7" (33x11cm) Cam Folding Prop, dazu der Jeti/Hacker Master 70-3P BEC Steller und 8xSanyo SC2400.



 Der Cumulus ist hauptsächlich ein Segler, definitionsgemäß kann mit ihm wunderbar nach Thermik suchen, richtig schön langsam einkreisen (dank der Wölbklappe gehts noch ein bisschen langsamer) oder wenn man mal schnell ein Abwindfeld durchfliegen will, auch die Wölbklappe nach oben stellen. Ab und zu aktiviert man die "Sanyo-Thermik", um wieder Höhe zu kommen. Die Segeleigenschaften sind sehr gut, eine halbe Stunde kann man, wenn man sauber fliegt, auch ohne Thermik hinbekommen. Dabei fliegt er sehr gutmütig, kurvenstabil und präzise. Die Differenzierung der Querruder hat Graupner hoch angesetzt (22mm zu 8mm) bei den Querrudern, was sich in der Praxis als gut erweist, wenn man noch etwas Seitenruder dazugibt. Das mit dem Ding ausgiebige Thermikflüge möglich sind, steht außer Frage. Kunstflugtauglich ist er nicht, nur ein vorsichtig geflogener Looping geht.
Es ist schön, dem Cumulus beim Flug zuzuschauen. Durch die halb-transparente Bügelfolie ergibt sich im Flug ein wunderbares Bild. Der Cumulus ist durch die Butterfly-Stellung bei der Landung so langsam zu fliegen, dass sogar meine Oma einschlafen würde.
Die Flächen sind relativ locker aufgehängt, bei einer Landung im hohen Gras kann es einem schon mal die Fläche verdrehen (die Fläche bekommt dann Spiel, was aber nicht schlimm ist). Der Cumulus ist nichts für Zwischendurch, der Auf- und Abbau dauert immer ein bisschen, schließlich hat man drei Flächenteile und einen Rumpfkopf.
Insgesamt gefällt mir das Flugverhalten, es ist sauber, ruhig und im Vergleich zu meinen anderen Hotlinern eine totale Entspannung.
Der Vergleich zwischen meinem Acrofly (mit Brushless-Motor) und dem Cumulus mit 600er-Motor könnte kaum krasser sein, der Acrofly ist mindestens viermal so schnell unterwegs, aber der Cumulus macht genauso Spaß, weil man damit auf Thermikjagd gehen kann und auch wunderbar am Hang fliegen kann.
Ist der Cumulus XXL einsteigertauglich? Ja und nein. Die Flugeigenschaften (vorausgesetzt, er ist eingeflogen und mit Quer/Seitenrudermixer) sind wirklich völlig einfach zu beherrschen. Und dank der niedrigen Fluggeschwindigkeiten kann man fast nichts falsch machen. Bei einem Absturz schaut es aber mit dem Modell düster aus, dann war's das mit der schönen Optik. Nein, für den Einsteiger ist er einfach schon eine Nummer zu groß.
Mit der ersten Motorisierung, dem Speed 600 Motor ist nicht viel zu holen. Die Steigleistungen sind mau, man bekommt zwar etwas Geschwindigkeit hin, ich will aber bei so einem Segler steigen und keine Geschwindigkeit. Der Motor ist nach den acht Minuten Laufzeit (mit Pausen) jenseits der 100° Grenze, was nicht gerade für den Motor und den Wirkunsgrad spricht. Aber: Es reicht. Der Cumulus ist ein Segler und mit dem 600er kommt man günstig auf Höhe. Alternativ kann man den 600er Getriebemotor nehmen, der um Längen besser sein müsste. Der Conrad Regler ist für den Preis von 30 Euro empfehlenswert, Nachteil ist die etwas schlecht regelbare Gaskurve, was aber beim Cumulus eh egal ist, weil man ihn nur als Schalter "missbraucht". Das BEC reicht, auch wenn 5 Servos schon an die Limits gehen.
Mit der zweiten Motorisierung, dem Plettenberg HP 220/20-A2 5:1 und zehn Zellen geht die Post ab. Damit steigt der Cumulus nahezu senkrecht in den Himmel (kein Wunder, es werden doch 55A gezogen, das ergibt 550W Eingangsleistung). Cool - aber braucht man's? Nein und deshalb ist der Antrieb lieber in ein anderes Modell abgewandert, wo die Power wirklich nutzbar ist.
Später griff ich zur dritten Motorisierung, dem Flyware MAX F650-6, seit dem im Cumulus XXL verbleibt. Dabei handelt es sich um einen Brushless-Innenläufer, der durch die 14 Pole ein Drehmoment wie ein Außenlaufer besitzt. Einziger Nachteil: Das hohe Gewicht mit fast 300g. Mit der 33x18cm und 8 Zellen SC2400 kommt der Cumulus gut auf Höhe - fünf Minuten Laufzeit sind drinnen. Damit erreicht man bequem thermikverdächtige Höhen und der Cumulus ist eine Freude. 10 Zellen SC2400 werde ich auch demnächst einsetzen, mehr Gewicht hat bei einem Segler ja nicht unbedingt Nachteile (wenn Thermik ist). Der Jeti Master 70-3P Steller mit BEC wird in Zukunft noch durch einen anderen mit Opto-Teil ersetzt.


 Mit dem Cumulus XXL hat Graupner einen wirklich schönen Segler gebaut. Wenn noch der Aufbau etwas optimiert wird (Torsionsfeder, Anleitung) dann kann man den Cumulus uneingeschränkt empfehlen.
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