Multiplex Cularis

Der Cularis ist ein (Elektro-)Segler in Elapor Bauweise mit einer für Schaum-Modelle ungewöhnlichen Spannweite von 2.6 Metern

Spannweite

Länge

Flächeninhalt

Fluggewicht

Preis

2610mm

1260mm

55dm²

1680g (Elektro, Hst.)

ca. >€150



Die Uni-Servo-Stecker und Buchsen sind mir für diese automatische Anschlussvariante zu unsicher, deshalb habe ich den Aufnehmer so umgebaut, dass MPX-Stecker und Buchsen statt dessen verwendet werden. Zudem habe ich vor dem Zusammenkleben des Rumpfes die Flächen gebaut, um die korrekte Aufnahme überprüfen zu können (die beiden Schnapper, die vom Rumpf ausgehen, müssen unbedingt korrekt einrasten, sonst könnte theoretisch eine Fläche im Flug abfallen.

Aufbau

Um es kurz zu machen: Der Cularis ist kein gewöhnliches Elapor Modell mehr. Spannweite und Aufbau sind deutlich über dem, was man "normalerweis" von einem Schaummodell erwarten dürfte. Die FMT hat mit "Schaumwaffe" absolut Recht. Der Cularis ist überraschend groß - im Rumpf ist kräftig Platz. Für den Cularis sollte man ein bisschen Erfahrung im Bau von Elapor Modellen mitbringen. Der Zusammenbau der Rumpfhälften offenbart eine Menge Ideen der Multiplex-Konstrukteure. Von Glasfaser-Stäbchen, die der Verstärkung dienen, über das Pendelleitwerk (lässt sich recht problemlos nach Anleitung bauen) bis hin zu den Flächenaufnahme, die die Servostecker automatisch anschließt.

Zwei innovate Details: Flächenaufnahme (modifiziert mit MPX-Steckern) und das Pendelleitwerk

Die Flächen werden sehr praktisch auf dem mitgelieferten Transport-Block gebaut, damit sie gerade werden. Super Idee! Jede Fläche bekommt zwei 8mm und 1m lange Kohlefaserrohre. Dazu zwei Servos in der HS-55/C261/D60 (9-11mm) Kategorie - pro Fläche. Das die Flächen Wölbklappen enthalten, finde ich mit eine der erstaunlichsten Fähigkeiten des Cularis. Zusätzlich müssen die Servos mit - am besten verdrillten - Kabeln verlängert werden. Endpunkt sind wie gesagt bei mir eingepasste MPX-Stecker, die für den automatischen Anschluss sorgen

Servo Montage auf der Flächenunterseite, Flächenverbinder

Nach 10-12 Stunden hat man dann einen Flugfertigen Cularis in den Händen - besonders die sauber zu bauende Flächenaufnahme und die umgebauten Stecker haben bei mir das ein oder andere Stündchen extra gekostet - die Investition war es jedenfalls wert.

Technik

Servos: Hitec HS-56HB auf den Querrudern und HS-65HB auf den Wölbklappen (meiner Meinung nach sollte es bei so einem Flieger schon mindestens Karbonite sein...) In den Rumpf kommen zwei HS-81. Wie es Leute geben kann, die Conrad ES-05 in so ein Modell einbauen können, werd ich nie verstehen (das ES-05 hat seine Daseinsberechtigung, aber doch nicht im Cularis!)

Antrieb: Flyware hat momentan sehr interessante Motoren der powerREX-Serie im Einsatz. Der powerREX 420-700 ist ideal für den Cularis - 700rpm/V, Made in Germany und das für 90 Euro. Dauerstrom: 45A, max. 60A - das hört sich gut an. Platz ist bis max. 45mm Motordurchmesser. Der Spinner ist riesig und es ist gar nicht so leicht, ein passender zu bekommen. Zum Glück gibt es von Multiplex einen abgestimmten Spinner für den Cularis. Als Regler kommt der Simprop Magic Speed 42 zum Einsatz, der einwandfrei funktioniert, aber nicht unbedingt umfangreich programmierbar ist. Switched BEC? Ja, ich denke, die Zeit ist reif!

Als günstige Variante kann man sich bei den HobbyCitys oder RVMShops "dieser Welt" umkucken, der Cularis stellt hier keine besonderen Anforderungen, solange es im Bereich 150g-250g Motorgewicht, 500-1500rpm/V und mindestens 30A bei 3S bewegt, kann man wirklich alles (chinesische) nehmen... Dazu ein 60A-MBC-Regler mit Switched BEC vom E-Bay Handler RVMShop - für 33 EUR, und schon hat man eine günstige, zuverlässige Antriebsvariante.

Empfänger: Graupner smc-16 SCAN - besser gehts für das Geld wirklich einfach nicht!

Motor

Prop

Regler

Akku

Empfänger

powerREX 420-700

Graupner Cam Folding 13x7"

Simprop Magic Speed-42

Kokam 3200 20C 1S1P

Graupner SMC-16 Scan



Im Flug

Der Erstflug bot wenig Überraschungen, der Cularis stieg sofort aus der Hand heraus gut weg und musste minimal nachgetrimmt werden. Beim Erstflug fehlte die Landeklappenkonfiguration (Butterfly), daher war der Anflug eher schwierig und es musste die Energie in Bodennähe in Kurven abgekreist werden - das gutmütige Verhalten des Cularis machte die Sache aber recht gut handelbar. Mit aktiviertem Butterfly sind gute Sinkraten möglich, der Gleitwinkel lässt sich damit sehr gut einstellen - der Cularis kommt sehr langsam bei Bedarf herein.

Der Cularis ist ein erstaunlich guter Allrounder. Die Wölbklappenwirkung ist gut, man kann tatsächlich den Flieger auf Speed oder Thermik trimmen. Kunstflug ist mit dem Cularis kein Problem und hier macht sich auch gleich die erwachsene Spannweite und das Gewicht bemerkbar. Nein, der Cularis ist wirklich keine Schaumwaffel mehr, sondern fliegt sich eher so, wie ein Großsegler. Der Durchzug ist für ein Elapor Modell sehr gut, reicht aber noch nicht an den Durchzug eines schweren Hotliners heran.

Der Cularis ist ingesamt sehr einfach und sauber zu fliegen, die angegebenen Ruderausschläge sind stimmig, die Mitnahme der Wölbklappen bei Querruder sinnvoll, aber nicht unbedingt erforderlich. Das Seitenruder zeigt bei Turns eine sehr gute Wirkung, der Cularis pendelt nach der Beendigung des Turns nicht nach. Die Festigkeit des Cularis ist sehr hoch, übertreiben sollte man es jedoch nicht, man sieht es gut, wenn die Flächen sich anfangen zu biegen... Die Thermikqualitäten sind grundsätzlich gut, jedoch darf die Thermikblase nicht zu eng sein. Es hilft auch nichts, die Wölbklappen zu verstellen, damit der Cularis enger kreisen kann. Der Cularis braucht bei engem kreisen auch Speed, anderenfalls fällt er mit einer Trudelumdrehung raus, ist dann nach einigen Metern Höhenverlust aber wieder voll fliegbar.

Der Cularis lässt sich sehr gut transportieren und ist in kürze zusammengesteckt. Einfach die beiden Flächen in den Rumpf stecken, fertig. Und schon kann das Flugvergnügen beginnen. Das ist wirklich sehr Alltagsfreundlich...

Der powerREX 420-700 an der 13x7" Graupner Cam Folding Prop (mit Original Multiplex Cularis Spinner) zieht bei 10.5V ca. 35A und er gibt (mit UniLog gemessene) Steigleistungen von 10-12 m/s. Das reicht locker aus, um schnell den Anschluss in die Thermik zu finden oder um Spaß zu haben. Klar, nach oben hin ist noch "viel" Luft, aber beim Cularis habe ich lieber einen ausgewogenen Antrieb mit langen Flugzeiten. Auch das Switched BEC bewährt sich in der Realität.

Fazit

Die FMT hat (fast) recht - die perfekte Schaumwaffe(l). Die Kritik bezieht sich hauptsächlich auf den Flächenaufnehmer und den Servosteckern, aber hier kann man ja selbst aktiv werden und das Unvermögen, enge Thermiken auszukreisen. Es ist einfach unglaublich, wie Innovativ Multiplex ist. Ein 2.6m Segler aus Elapor - die Größe ist überraschend und die Qualität top!

Positiv:

  • 2.6m Spanweite
  • viele innovative Details
  • hohe Festigkeit
  • schnelle Montage
  • Negativ:

  • Flächenaufnahme (Stecker)
  • Wertung:
    9 von 10

    für Easy Glider Fans, die mehr wollen

    Dieser Artikel wurde 2007-10 hinzugefügt. Letztes Update: 2009-01