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 Kunstflug-Elektro-Segler mit einer Spannweite von 1.60 Meter.

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Spannweite | Länge | Gesamtflächenbelastung | Fluggewicht ca. | Preis |
1600mm | 1000mm | ab 32g/dm² | ab 1600g | € 100.- |



 Beim Acrofly ist - abgesehen vom Servo und Motoreinbau nichts mehr zu tun. Wer schnell ist, baut den Flieger in zwei Stunden auf. Egal, ob es die Servoaufhängungen, die Motorbefestigung oder die Verklebung der Ruder ist, es ist alles fertig. Wer den Flieger nicht aufbauen kann, soll es am besten gleich lassen. Dank der vollbeplankten Tragflächen hält der Acrofly im Flug und bei einem Absturz einiges aus. Das macht sich im Gewicht zwischen 1650g und 1800g (Brushless) bemerkbar. Lediglich der Rumpf wirkt etwas weich. Insgesamt bekommt man für 100 Euro (Andys-Hobbyshop) keinen günstigeren Flieger, der so viel bietet!
Sogar die Ruder sind verklebt, allerdings muss man auch mal durchaus ein Ruder neukleben (d.h. einfach das Tesa ablösen und noch mal sauber ein neues draufkleben - kein Problem). Die Qualität des Baukastens kann durchaus als sehr gut gelten, lediglich das Aussehen verrät, dass der Acrofly schon ein bisschen länger auf dem Markt ist. Dank der Bespannung oben Weiß/unten Rot sieht man die Lage immer - ein wichtiges Plus im Kunstflug.



 Servos: Zwei Graupner/JR C261-Servos für die Fläche und zwei 5077er für Seite/Höhe reichen. Das C2081 Servo ist sogar günstiger als das C261 und kugelgelagert, aber angeblich ist das kein Original Graupner-Servo, so dass es von der Qualität her nicht so gut sein soll. Sagt man. Das C261er-Servo ist jedenfalls empfehlenswert, solange man es nicht mit brutaler mechanischer Kraft abdreht. Die C5077-Servos sind für ihren Preis (ca. 16 Euro) bereits mit Kugellager ausgelegt und haben eine Stellkraft von 50Ncm, was schon ganz ordentlich ist. Dazu sind sie relativ leise. Alternativ kann man in die Flächen die HS-81 (oder HS-85) von Hitec einbauen, dass habe ich dann auch irgendwann gemacht, da eines der C261 schon im Acrofly gebrochen ist. Die HS-81 passen ohne Probleme rein.
Standardantrieb: Wie Graupner das empfiehlt, kommt bei dem ersten Acrofly das 500BB-Torque-Antriebsset zum Einsatz. Der 500BB-7.2V-Motor ist doppelt kugelgelagert, enthält besondere Magnete und kommt mit einer Klappluftschraube Cam Folding Prop 20x11cm daher. Die Kohlen sind austauschbar. Der Motor macht schon einen recht guten Eindruck.
Das 500BB-Torque Antriebsset sorgt in Verbindung mit einem RC-4/5SC 7-Zelle für gute Flugleistungen, besser sind die 8-Zellen vom CP1700SCR (gleicher Akku, nur in Papier gewickelt und etwas günstiger). Sehr gut, da etwas leichter ist noch die RC-2/3 SC Zelle (8 Stück), egal welcher 8-Zelle, die Steigleistungen und die möglichen Geschwindigkeiten sind gut.
Empfänger: Als Empfänger kann man verwenden, was man will, selbst uralt-riesen Graupner-Empfänger bringt man locker unter. Ich verwende den Graupner smc-14s, der SPCM und 7-Kanäle zu einem guten Preis bietet. Der Empfänger ist insgesamt sehr zu empfehlen und ich hatte noch nie Probleme damit.

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku | Servos (H/S) | Servos (Q) | Empfänger |
Graupner 500BB Torque | Cam Prop 20x11cm | Graupner Power v35 | 8 Zellen RC-2/3SC (NiCd) | Graupner C5077 | Graupner C261 | Graupner smc-14S |



 Flugleistungen mit 500BB-Torque: Ja, der Acrofly kann was. Die Flugleistungen sind mit dem 500BB-Torque Antrieb wie gesagt gut, man erreicht gute Höhen und wenn man will, kann man den Flieger aus hoher Höhe ordentlich auf Geschwindigkeit bringen. Der Acrofly lässt sich immer sehr präzise fliegen. Alle wesentlichen Kunstflugmanöver sind natürlich kein Problem, selbst extrem geflogene Loppings, Schrauben, Rollen, Turns machen dem Acrofly überhaupt nix. Die Bremsklappen (bzw. hochgestellten Querruder) bringen den Acrofly etwas schneller bei der Landung runter. Und selbst die Segeleigenschaften sind gut.
Der 500BB-Torque sorgt für gute Flugleistungen, auffällig ist das recht hohe Drehmoment für einen Direktantrieb. Die Steigleistungen sind für die Luftschraubengröße angemssen, durchaus hohe Fluggeschwindigkeiten sind mit dem Antrieb möglich. Über den anderen von Graupner vorgeschlagenen 600er-Antrieb kann ich nur Vermutungen anstellen, aber mir scheint da der 500BB-Torque-Antrieb deutlich dem 600er Antrieb überlegen zu sein. Ich bin ähnliche Flieger mit 600er Motor geflogen, der 500BB-Torque-Antrieb macht da schon deutlich mehr Spaß. Bei 8-Zellen sind es um die 20A, die in den Motor fließen. Das 500BB-Antriebsset ist für 50 Euro mit Prop und Spinner recht ausgewogen im Preis.



 Tuning mit Plettenberg HP 220/20-2 P4 5:1: Parallel dazu wurde ein zweiter Acrofly aufgebaut, diesmal mit einem Plettenberg HP 220/20-2 P4 5:1 mit 13x7" (33x18cm) Latte, die durch den Simprop Präzisions-Spinner zu 35x18cm wird. Dazu gehört der Jeti Master 70-3P Regler, der 70A Dauerlast geeignet ist und ein BEC zur Verfügung stellt. Der Regler ist hervorragend, einziger Nachteil ist, dass man keine Motorleistung unter ca. 50% regeln kann (dies spielt aber in der Praxis keine Rolle).
Angefangen von 8x2/3 SC sticht er bereits den 500BB-Torque Antrieb aus, richtig "geil" wird es dann ab 10 Zellen 4/5 SC oder gar 12 Zellen 4/5 SC im "Huckepack". Der Acrofly wird damit ordentlich schwer (ca. 1900g), der Schub mit 12 Zellen ist aber dermaßen extrem, dass der Acrofly senkrecht bis an die Sichtgrenze steigt - es ist unglaublich, wie enorm dann der Flugspaß ansteigt, wenn die Motorisierung passt. Die Fluggeschwindigkeiten nehmen dabei ordentlich zu, so dass mir mein TwinJet mit 10 Zellen direkt lahm dagegen vorkommt. Im Stand werden 55A gezogen, was schon dauerhaft im oberen möglichen Bereich für die 4/5 SC liegt, mehr als zwei Minuten Motorlaufzeit bei Vollast bekommt man sowieso nicht hin, reicht aber für 10 Minuten reinstes Kunstflugvergnügen - 10 Sekunden Motor an und der Acrofly ist sowieso wieder an der Sichtgrenze oben. Selbst die extremsten Manöver hält der Acrofly aus - ein absoluter Hotliner mit diesem Antrieb! Der Flieger wird dabei anspruchsvoller (da schneller und giftiger reagierend) zu fliegen, die Landung geht wesentlich schneller von statten, als normal.
12 Zellen, 33x18cm und 55A sind noch nicht das Maximum. Experimentell fliege ich ihn noch mit einer Aeronaut 14x9" (35.5x23cm + 2cm durch den Spinner). Dabei ergeben sich 80A Strom im Stand - alle Komponenten sind damit am Maximum. Die Motorlaufzeit geht auf 1.20 Minuten zurück und der Schub kann wirklich nur noch als absolut brutal angesehen werden - das sind über 400W/kg!! Der Motor und Regler bleibt trotzdem noch kühl und der Akku wird auch nicht wärmer als bei 55A - allerdings fliege ich nur kurzfristig Vollgas, alles andere wäre der Tod der Komponenten. Langfristig weiß ich noch nicht, ob ich diese oder die vorher genannte Konfiguration fliegen werde - wenn ein Flieger mal senkrecht geht, dann reicht das eigentlich schon. Die Konfiguration mit der 13x7" scheint mir ausgewogener und wahrlich auch nicht untermotorisiert :)

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku |
Plettenberg HP 220/20-2 P4 5:1 | Cam Prop 13x7" | Jeti-Master 70-3P BEC | 8-12 Zellen Sanyo CP1700SCR (NiCd, 4/5) |



 Tuning mit Plettenberg Orbit 15-14: Der zweite Acrofly eines Freundes mit dem 500 BB-Torque wurde dann mit einem Plettenberg Orbit 15-14 Außenläufer und einem Graupner 40-6-12 BEC-Regler (baugleich Smile) ausgerüstet. Nach einer deutlichen Erweiterung der Schnauze passte der sogar rein. Als ideale Latte hat sich die 11x6.0" Aeronaut CAM-Carbon herausgestellt, die sogar mehr Strom zieht, als die 12x6.5". Damit kann man fast senkrecht fliegen. Lobenswert ist die hohe Verarbeitungsqualität und der perfekte Rundlauf des Orbits, zudem ist der Motor bis 55A ohne Probleme belastbar. Im Vergleich zum HP220 mit Getriebe hat der Orbit Vorteile: Geringeres Gewicht, höherer Wirkungsgrad und er ist leiser. Der HP220 skaliert aber höher hinaus. Und der kleine Orbit hat ein bisschen weniger Drehmoment, dreht dafür aber schneller (1080rpm/V). Der Strom liegt deutlich über 40A bei 10 4/5-Zellen, am Anfang schaltet schon mal der Regler nach 10 Sekunden aus, da er nur bis 40A Dauerlast verkraftet. Das ist aber nach kurzer Akkulaufzeit kein Problem mehr. Da kommt dann auch der 2/3 8-Zeller wieder zum Einsatz, welcher durch sein geringes Gewicht für ein schön ruhiges Flugverhalten sorgt - oh ja, das hatte ich schon fast vergessen, den Acrofly kann man auch langsam fliegen, so wie sich da Graupner mal vorgestellt hat...

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Motor | Luftschraube | Regler | Akku |
Plettenberg Orbit 15-14 | Aeronaut 11x6'' | Graupner 40-6-12 (Kontronik Smile) | 8-10 Zellen Sanyo CP1700SCR (NiCd, 4/5) |



 Februar 2007: Den Acrofly gibt es bei Graupner schon seit einiger Zeit nicht mehr. Der Acrofly mit dem Plettenberg Getriebe-Motor (HP 220/20-2 P4 5:1) fliegt bei mir jedoch immer noch. Auch wenn die CP1700SCR-Zellen inzwischen in die Jahre gekommen sind, so sind sie einfach nicht Tod zu kriegen. Der Acrofly überzeugt mich heute noch durch die Flugeigenschaften und den Durchzug und die Motorisierung ist und bleibt einfach der Hammer. Und, falls dieses Modell mal abstürzt, ich habe noch einen zweiten auf "Lager".


 Mit dem Standard-Antrieb ist der Acrofly umsteigertauglich (z.B. vom Terry, wie das auch Graupner vorschlägt), mit den Brushless-Antrieben und den teilweise enormen Geschwindigkeiten braucht man schon etwas Flugerfahrung. Der Flugspaß steigt aber exponentiell an und damit wird der Acrofly zum ultimativen Fun-Hotliner, der selbst Bürsten-TwinJets ziemlich alt aussehen lässt! In jedem Fall ist der Acrofly ein absolutes Highlight im Graupner-Sortiment, wenn er richtig motorisiert ist.
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